Über mich

Nachdem ich 1987 in Berlin geboren bin und… zzzz, zack eingeschlafen. Ich bin mir nicht sicher, wie eine solche „Über mich“ Story interessant sein kann, aber ok, ich gebe mein Bestes!

Es gab eigentlich keinen zurückführbaren Grund, der mich zum Motorradfahren bewegt hat. Für mich jedoch war es stets faszinierend Anderen beim Fahren zuzusehen, egal ob auf der Straße, auf YouTube oder im TV, irgendwann wollte ich auch dieses Zweirad-Gefühl erleben! Sobald ich etwas Geld auf der Seite hatte (bis dahin war ich dann auch bereits 25…) machte ich meinen Führerschein, direkt Auto und Motorrad in Einem.

Nachdem ich mit Bravour durch die Auto-Fahrprüfung gefallen bin – die Zweite hab ich dann zum Glück bestanden – konnte ich trotz wirklich mistigem damaligem Wetter meine Motorrad-Prüfung beim ersten Mal bestehen.

Wie startete meine Motorrad-Reise? In Berlin stand eine alte Suzuki GS500E, für 300 Euro zzgl. 150 Euro Transport war Sie schlussendlich da, mein erstes eigenes Motorrad. Ich hatte nicht mal ein Auto, von daher brachte mir der Kauf ein riesen Stück Freiheit und Unabhängigkeit, die Liebe zum Motorrad wurde gefestigt!

30.000 Kilometer auf der Uhr – nicht viel für dieses doch in die Jahre gekommene „Butter und Brot“ – Motorrad. Innerhalb eines Jahres kamen 18.000 km hinzu, ich habe quasi alles mit der Suzuki erledigt. Egal ob die Fahrt zur Arbeit (auch wenn der Arbeitgeber Bus und Bahn bezahlt hat), den wöchentlichen Einkauf und selbst für den Transport eines IKEA Regals war Sie im Einsatz.

Der nächste Schritt im meinem Motorrad-Leben war meine geliebte  R1100GS. Ich habe Sie quasi neuwertig, mit 21.000 Kilometern am Tacho und komplett original gefunden. Sie war von Anfang ’94, hatte also noch den kurzen Spritzschutz vorn sowie den heute selten gewordenen Plastiktank.

Nachdem ich Ihr eine Komplettanlage von SR-Racing spendiert habe, zeigte Sie was in Ihr steckte und es fiel mir wie Schuppen von den Augen:

Es gibt nichts wichtigeres als Drehmoment. Wenn dann, nur eine Sache: Noch mehr Drehmoment! Ich bin nun hoffnungslos verliebt in die Kraft eines Boxermotors.

Auch hier prügelte ich 35.000 eigene Kilometer in eineinhalb Jahren auf die Uhr der BMW R1100GS oben drauf und war während dieser Zeit auch bereits das ein oder andere Mal mit einem Leihmotorrad in Hechlingen erste Offroad-Luft schnuppern. Diese Trainings führten mich früher oder später zu einer Entscheidung: Ich brauche ein Motorrad, das mit mir oben drauf nicht aussieht wie ein Kinderfahrrad und gleichzeitig auch dafür geeignet ist die Welt zu bereisen, sollte das jemals zukünftig Job-technisch umsetzbar sein.

HPN war schon immer eine Art Mythos in der BMW und auch Rallye Welt. Diese Motorräder sind alt, haben kaum verbaute Elektronik, kein ABS und keine sonstigen elektronischen Helferlein, die ein Leben auf zwei Rädern erleichtern können. Jeder mit dem ich sprach lobte HPN in den höchsten Motorrad Himmel und auch Texte im Internet ergeben bei der Suche nach dem Thema immer das Gleiche. Einmal gefahren, will man nicht mehr auf ein anderes Motorrad zurück. Das ist etwas, das muss ich für mich selbst sehen und machte einen Termin in Seibersdorf zum Besprechen eines möglichen Projekts und natürlich auch für eine Probefahrt aus. Am Ende wurde so viel geredet, dass keine Zeit mehr für eine Probefahrt war – dumm gelaufen könnte man sagen! Mir wurden schlussendlich vier bis fünf (!) Jahre Lieferzeit versprochen, wenn ich zeitnah einen Auftrag aufgebe. Das war dann doch ein Schlag ins Gesicht, ich hätte ja viel erwartet, aber nicht so viel. Eigentlich nehmen Sie keinerlei Neukunden mehr und ich verstehe es auch. Die Herren sind in Ihren goldenen 70ern und haben nun wirklich genug Bestandskunden und offene Aufträge. Sie arbeiten, weil Sie die Arbeit lieben und nicht weil Sie es brauchen.

Ich ging nun also nach Hause und suchte eine für mich passende Lösung. Bereits damals bin ich auf SWT-Sports aufmerksam geworden, auch dort werden alte 2-Ventiler BMWs zu geländefähigen Motorrädern umgebaut. So ging auch bereits ich auf die Suche nach einer R100/7 als Basis für ein solches Projekt. Der Plan war, das Motorrad in seine Einzelteile zu zerlegen und von Manuel (SWT-Sports) ein fertiges Rolling Chassis, also mit verstärktem Rahmen und komplettem Fahrwerk, zurück zu erhalten und mich dann selbst daran zu versuchen das Motorrad fertig zu stellen.

Während ich nach dieser Projektbasis suche, sah ich meine zukünftige HPN im Juni 2017, gebaut 1990, zum neuen Leben erweckt von HPN in 2012 mit nun erst 5.000 Kilometern seit Umbau. Sofort greifte ich zum Telefon bevor ich überhaupt den ganzen Text zu Ende gelesen habe. Leider war ich bereits der zweite Anrufer, obwohl das Motorrad erst vor 15 Minuten überhaupt eingestellt wurde. Verdammt, zu spät. Ich lies mich auf die Warteliste setzen und hoffte auf das Beste. So war es auch, am nächsten Tag ruf er an und ich konnte mir die HPN ansehen und Probe fahren. Zwei Tage später sah ich aus seiner Garage rollen und war sofort hin und weg. Nach kurzer Probefahrt war das Thema in meinem Kopf bereits erledigt, das Motorrad wird gekauft, komme was wolle! Gesagt, getan und so wechselte die HPN samt einigem Zubehör seinen Besitzer: Eine unglaublich komplette Historie (ich habe sogar den 1.000 km Servicebeleg von 1990), ein paar Ersatzreifen, die Siebenrock Hecktasche aus Leder und eine zusätzliche Sitzbank habe ich gleich mit erstanden.

Vor ein paar Wochen habe ich meine R1100GS verkauft, ich fuhr das Motorrad einfach nicht mehr und zum „rum stehen“ ist es dann doch zu schade, oder?

Das war es für’s erste, bis heute ist dies der aktuelle Stand. Die Entstehungsgeschichte der HPN findest du hier.